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Längsschiffes nach Westen durch das Westportal und die Westfassade vorgegeben,
die vom Brand 1194 weitgehend verschont geblieben und bereits um 1140 fertig
gestellt waren. Zwischen West und Ost hatte der Baumeister also einen begrenzten
Raum zur Verfügung, dessen einzig fixer Punkt dazwischen das Heilige Zentrum war
von dem aus die Urkirche etliche Jahrhunderte zuvor geostet worden war.
Der Baumeister löste das Problem der Größengestaltung des gotischen Baus brillant,
indem er auf eine streng quadratische Vierung verzichtete und so ausgehend vom
Heiligen Zentrum und einer von ihm rechteckig gestalteten Vierung eine
harmonikale Gliederung des Kirchenschiffs nach Oktave und Quinte erreichte.
Ganz wichtig ist: Der Baumeister muss dabei nicht unbedingt Kenntnis von der
Blume des Lebens gehabt haben wenn sie hier auch gute Dienste bei der
geometrischen Analyse geleistet hat. Ihm genügten Zirkel und Winkelmaß, um das
Kirchenschiff in der gegebenen Weise vom Heiligen Zentrum aus zu konstruieren.
15. Die Schule von Chartres
Ein Kloster hat es in Chartres zwar nicht gegeben, aber eine Kathedralschule, die vor
der Gründung der Pariser Sorbonne zwischen 1000 und 1200 den Charakter einer im
Abendland sehr bekannten Universität hatte. In der Schule von Chartres wurden
angehende Theologen in den sieben Freien Künsten unterrichtet.
Sie umfassten das Trivium mit Grammatik,
Rhetorik und Dialektik sowie das Quadrivium
mit Arithmetik, Geometrie, Astronomie und
Musik. Daraus ergibt sich ein Verhältnis von
3:4, das harmonikal der Quarte entspricht und
ebenfalls der Platzierung des Labyrinths, das
das Mittelschiff zwischen Westportal und Altar
im Verhältnis 3:4 teilt. Ungewöhnlich für eine
Kathedrale ist die Abbildung der sieben freien
Künste am Westportal in Form von
Steinskulpturen.
Westportal, Ausschnitt der 7 Freien
Künste. O.: Musica u. Grammatica,
u.: Pythagoras u. Donatus
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